Ein Abschied ohne Wiederkehr - Wir trauern um Pepus Ortner

 

Nachruf

Pepus kam im Mai 1946 beim ersten Heimabend der Gmundner Pfadfinder nach dem Kriege als Neuling zur Gruppe, in der er Kornett der legendären "Gemsen"-Patrulle wurde.

Nach der vierten Gymnasialklasse erlernte er in der Gmundner Buchdruckerei Habacher das Schriftsetzerhandwerk und absolvierte in außerordentlicher Kraftanstrengung die Abendkurse der Arbeitermittelschule in Linz, die er mit der Gymnasialmatura abschloss. Er studierte dann an den Universitäten Wien und Freiburg im Breisgau Geschichte, Germanistik und Philosophie und promovierte in Geschichte.

Während seiner Wiener Studienzeit trat er der "Burse der Hochschulpfadfinder zu Wien" bei und wurde für das Studienjahr 1961/62 zum Bursenmeister gewählt. Als einer der Führer der Pfadfindergruppe Gmunden war er mit dieser auf mehreren Sommerlagern, unter anderem auch in Frankreich und Schottland. Er war auch Gründungsmitglied der Altpfadfindergilde Traunsee.

Nach seinem Studium war er als Lektor beim renommierten Schroedel-Verlag in Hannover tätig und studierte Erziehungswissenschaften. In Hannover lernte er auch seine spätere Frau, die Bibliothekarin Uta, und deren Sohn Bert kennen. Die Famlie übersiedelte nach einigen Jahren nach Langenzersdorf, da Pepus in Wien die Leitung der Pädagogischen Verlagsanstalt und später des Österreichischen Gewerbeverlages übernahm.

Uta und Pepus bekamen zwei Söhne, Ulrich und Mathis, und die Tochter Amrei. Bei einem Familienausflug im Sommer 1986 im Lande Salzburg liefen die beiden Buben im Wald voraus und entdeckten eine Schneehöhle, die Mutter lief ihnen nach und wollte sie herausholen. In diesem Augenblick stürzte die Höhle ein. Pepus kam mit Amrei im Kinderwagen nach - Uta und die Söhne waren tot. Mit diesen Schicksalsschlag hat sich Pepus in seinem Roman "Bist du jetzt ein Donaufisch?" auseinandergesetzt. Aufgrund dieses und zahlreicher anderer Bücher wurde er Mitglied im österreichischen und internationalen PEN-Club.

Im Ruhestand engagierte sich Pepus als Mitglied des Kiwanis Clubs Langenzersdorf bei zahlreichen sozialen Aktivitäten und kam - solange dies seine Gesundheit erlaubte - jede Woche ins Altenheim, um den Bewohnern etwas vorzulesen.

Aufgrund eines Schlaganfalles war Pepus zuletzt mehr als ein Jahr zuhause pflegebedürftig. Seine Tochter Amrei und Pflegerinnen betreuten ihn. Eine besondere Freude für ihn waren seine beiden Enkelinnen, die Töchter Amreis (die eine zwei Jahre, die andere fünf Monate alt). Amrei konnte Pepus auch beim Sterben begleiten.

Ein herzliches "Gut Pfad!" dem lieben Freunde Pepus, seiner Familie und Euch allen!

Konrad Meingast